Das Kinderheim von Padilha wird von der Michaelsgemeinde schon fast 30 Jahre lang unterstützt.
Die Partnerschaft wurde durch den damaligen Pfarrer und Dekan Valentin Kaffenberger gegründet. Kaffenberger war selbst einige Jahre lang Pfarrer in der lutherischen Kirche in Brasilien. Er arbeitete unter anderem in der evangelischen Gemeinde in Novo Hamboro, die das Projekt in Padilha initiierte. 1978 entstand das Heim, das zunächst nur für Kinder bestimmt war, deren Mütter mal eine Auszeit brauchten. Doch dann zeigte sich schnell, dass es sehr viel größere Nöte gab, um die sich die Einrichtung kümmern musste.

Pfarrer Nörnberg gründete nicht nur dieses Heim, sondern auch eine Schule in Novo Hamboro, sowie einen großen Kindergarten zu dem von Anfang an auch eine Kinderkrippe gehörte. Die Einrichtungen wurden zu einer eigenen Organisation zusammengefasst, die „Abefi“ genannt wird. Zur Zeit betreut das Heim etwa 60 bis 70 Jugendliche, die von Jugendämtern und Jugendgerichten zugeteilt werden. Die meisten der Kinder zwischen 8 und 16 Jahren haben Erfahrung mit Drogen und Drogenhandel, Prostitution und Gewaltkriminalität. Der Aufenthalt im Heim bietet für sie die unvergleichliche Chance, ein geregeltes Leben kennen zu lernen und Zugang zu Schulen und Ausbildungseinrichtungen zu bekommen.
Jeder, der aus der Michaelsgemeinde in den letzten Jahrzehnten dort zu Besuch war, berichtet von der freundlichen und zugewandten Atmosphäre im Heim. Hier wird eine segensreiche Arbeit geleistet. Einige der Kinder, die verwahrlost in das Heim kamen, arbeiten heute als Pädagogen und helfen so mit die Spirale von Armut und Kriminalität zu durchbrechen.

Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Integration der Kinder in ihre Familien. Sie sollen die Erfahrungen, die sie im Heim machen, mit in ihre Familien bringen, um diese zu stabilisieren. Für diese Arbeit wurde das Kinderheim im Jahr 2007 unter mehr als 200 registrierten Organisationen bei einem Wettbewerb der Assoziation brasilianischer Richter ausgewählt und erhielt einen 4. Platz.
Zum Heim gehört auch eine Farm, die die Versorgung der Einrichtung unterstützt.

Die Michaelsgemeinde hat die Arbeit dort auf vielerlei Weise unterstützt.
Sie fördert insbesondere Projekte, die durch die finanziellen Zuwendungen der staatlichen und kirchlichen Kostenträger nicht gedeckt werden. So schaffte die Gemeinde Computer und einen großen Bus an, finanzierte die Beratung durch einen Jugendpsychiater sowie eine Psychopädagogin. In den letzten Jahren wurde eine große gewerbliche Waschmaschine angeschafft, ein Fischteich angelegt und Material für die Bauunterhaltung an Gebäuden finanziert.
